In der Nacht auf Dienstag, den 3. Dezember, ereignete sich im Rhein-Erft-Kreis ein spektakulärer Polizeieinsatz. Ein grauer VW Golf 5 entzog sich in Wesseling einer Verkehrskontrolle und flüchtete vor den Beamten bis nach Bonn. Dabei kam es zu einer riskanten Verfolgungsjagd, die erst in Graurheindorf abrupt endete, als die Polizei den Sichtkontakt zu dem Fahrzeug verlor.
Ersten Erkenntnissen zufolge war der Wagen gegen 2 Uhr auf der Siebengebirgsstraße unterwegs, aus Richtung Urfelder Straße kommend. Als Polizisten das Fahrzeug anhalten und kontrollieren wollten, beschleunigte der Fahrer oder die Fahrerin unvermittelt. Die Flucht führte die Beamten über mehrere Straßen und Orte – von der Ahrstraße über die Willy-Brandt-Straße in Richtung Urfeld, weiter nach Bornheim-Widdig, Uedorf und Hersel bis nach Bonn.
Auf der Strecke missachtete der Fahrer oder die Fahrerin mehrfach rote Ampeln und andere Verkehrsregeln. Trotz der gefährlichen Fahrweise wurde glücklicherweise niemand verletzt. Die Verfolgung endete schließlich im Bonner Stadtteil Graurheindorf auf der Estermannstraße, wo der Wagen in eine unbekannte Richtung verschwand.
Die Polizei Rhein-Erft-Kreis hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet die Bevölkerung um Unterstützung. „Wir suchen dringend Zeugen, die Hinweise zu dem Fahrer oder der Fahrerin geben können“, erklärte ein Sprecher des Verkehrskommissariats. Insbesondere Beobachtungen entlang der Fluchtroute könnten von entscheidender Bedeutung sein.
Die Ermittler nehmen Hinweise telefonisch unter der Nummer 02271 81-0 oder per E-Mail an poststelle.rhein-erft-kreis@polizei.nrw.de entgegen.
Die Flucht auf der etwa 15 Kilometer langen Strecke ist kein Einzelfall, sondern reiht sich ein in eine Serie von Vorfällen, bei denen Fahrer Polizeikontrollen ignorierten. Die Polizei appellierte daher erneut an die Vernunft aller Verkehrsteilnehmer, die Sicherheit des Straßenverkehrs nicht leichtfertig zu gefährden.
Warum der Fahrer oder die Fahrerin die Kontrolle verweigerte, bleibt bislang unklar. Ob es sich um eine bewusste Flucht vor einer drohenden Strafe oder andere Motive handelte, ist Teil der laufenden Ermittlungen. Der VW Golf 5, der in der Nacht zum Einsatz kam, bleibt ein zentraler Gegenstand der Fahndung.
Der Vorfall unterstreicht einmal mehr die Herausforderungen, vor denen die Polizei im Straßenverkehr steht. Trotz moderner Technik und schneller Reaktionszeiten sind Einsätze wie dieser immer wieder eine Gratwanderung zwischen Nachdruck und Verhältnismäßigkeit. Auch diesmal war die oberste Priorität die Sicherheit unbeteiligter Verkehrsteilnehmer.
Die Ermittlungen dauern an. Die Polizei hofft, mit Hilfe der Öffentlichkeit weitere Informationen zu erhalten, die zur Identifikation des Fahrers oder der Fahrerin beitragen könnten.