In den frühen Morgenstunden des 23. März wurde die Feuerwehr Hürth zu einem Wohnungsbrand in die Sudetenstraße im Stadtteil Hermülheim alarmiert. Um 2:19 Uhr gingen die ersten Notrufe ein. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand eine Wohnung im zweiten Obergeschoss eines mehrgeschossigen Wohngebäudes in Vollbrand. Dichte Rauchschwaden hatten sich bereits über mehrere Etagen ausgebreitet. Die Lage war unübersichtlich, die Zahl der betroffenen Personen hoch.
Im Gebäude sind nach Angaben der Feuerwehr 50 Personen gemeldet. Aufgrund der starken Verrauchung mussten weite Teile des Hauses evakuiert werden. Die Evakuierung erfolgte unter Atemschutz, mithilfe von Fluchthauben und über Drehleitern. Die Feuerwehr Hürth rückte mit allen verfügbaren Kräften aus, unterstützt von Einheiten aus Brühl und Frechen. Insgesamt waren rund 60 Feuerwehrleute im Einsatz. Parallel dazu wurde wegen der Vielzahl möglicher Verletzter ein sogenannter Massenanfall von Verletzten (MANV 10) ausgerufen. Zehn Rettungswagen und vier Notarztfahrzeuge wurden zur Einsatzstelle beordert.
Nach aktuellem Stand wurden 16 Personen medizinisch versorgt, fünf von ihnen mussten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in umliegende Krankenhäuser gebracht werden. Die Versorgung der Betroffenen erfolgte unter anderem in einem von der Stadt Köln bereitgestellten Rettungsbus. Ein Teil der Bewohner konnte bei Angehörigen unterkommen, andere wurden durch die Stadt in Hotels untergebracht.
Die Brandursache ist bislang unklar. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Entstehung des Feuers aufgenommen. Die betroffene Wohnung wurde durch das Feuer vollständig zerstört, das übrige Gebäude ist nach Angaben der Feuerwehr stark beschädigt und derzeit unbewohnbar. Alle Wohnungen werden aktuell auf Rauchgasrückstände geprüft und freigemessen. Erst im Anschluss erfolgt die Übergabe an die zuständige Stadtverwaltung.
Feuerwehrsprecher Helmut Schmitz bezeichnete den Einsatz als komplex, aber geordnet: „Die Struktur hat gegriffen. Trotz schwieriger Bedingungen konnten alle Betroffenen rechtzeitig evakuiert und versorgt werden.“ Die Einsatzmaßnahmen dauern zur Stunde an.