Ein neuer Jetski, ein sonniger Tag und ein Jugendlicher auf dem Rhein – es hätte ein unbeschwerter Ausflug werden sollen. Doch binnen Minuten wird daraus eine lebensgefährliche Notlage. Am Samstagnachmittag gerät ein 16-jähriger Fahrer bei Wesseling in eine kritische Situation, als sein neues Wasserfahrzeug mitten in der vielbefahrenen Fahrrinne des Rheins versagt. Der Motor setzt aus, der Jetski kentert. Der Jugendliche treibt manövrierunfähig auf dem Wasser, während Berufsschiffe im Minutentakt passieren.
Die Strömung ist stark, das Wasser unbarmherzig. Ein technisches Problem – so banal es klingen mag – entwickelt sich in Sekunden zur existenziellen Bedrohung. Die Fahrrinne bei Wesseling zählt zu den meistbefahrenen Abschnitten des Rheins. Hier sind vor allem Berufsschiffe unterwegs, deren Wendekreis und Bremsweg groß sind – eine Kollision hätte fatale Folgen haben können.
Doch der 16-Jährige hat Glück im Unglück. Die Besatzung eines vorbeifahrenden Binnenschiffs erkennt die Notlage sofort, leitet eine Notbremsung ein und nimmt den Jugendlichen unverzüglich an Bord. Die rasche Reaktion der Schiffsführer verhindert Schlimmeres. Während der junge Fahrer an Bord betreut und mit trockener Kleidung versorgt wird, trifft die Feuerwehr Wesseling am Ufer ein. Haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte sichern das treibende Wasserfahrzeug und ziehen den mit Wasser vollgelaufenen Jetski gemeinsam an Land.
Nach ersten Angaben der Wasserschutzpolizei blieb der 16-Jährige körperlich unverletzt, stand jedoch deutlich unter Schock. Die Ermittlungen ergaben, dass kein strafrechtlich relevantes Verhalten vorlag. Auch ein Verstoß gegen die Rheinschifffahrtsverordnung ist aktuell nicht ersichtlich.
Unklar bleibt, warum der Jetski – ein fabrikneues Modell, erst am Vortag ausgeliefert – ausfiel. Der Jugendliche gab an, bereits beim Start Probleme mit dem Motor bemerkt zu haben. Ob ein technischer Defekt oder ein Bedienfehler die Ursache war, ist Gegenstand laufender Untersuchungen. Fest steht: Der Rhein ist kein Ort für technische Experimente. Besonders bei hoher Verkehrsdichte können selbst scheinbar harmlose Ausflüge in lebensbedrohliche Szenarien umschlagen.