Polizei ermittelt nach Amphibienfahrzeug-Zwischenfall
Am Sonntagabend (23. März) kam es auf dem Rhein in Bonn zu einem Großeinsatz der Rettungskräfte. Auslöser war ein Amphibienfahrzeug, das zwischen der Kennedybrücke und der Nordbrücke wegen eines Getriebeschadens manövrierunfähig wurde. Die Feuerwehr Bonn, Kräfte der DLRG sowie die Wasserschutzpolizei rückten mit einem Großaufgebot aus, um das havarierte Gefährt zu sichern.
Nach Angaben der Polizei war das Fahrzeug im Rahmen einer TV-Produktion auf dem Rhein unterwegs, als es zu dem technischen Defekt kam. Der Vorfall hatte rechtliche Folgen: Eine Sprecherin der Polizei bestätigte am Montag gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger, dass eine Strafanzeige gestellt wurde. Bereits zuvor war ein mögliches Umweltdelikt gemeldet worden.
Ölfilm im Rhein: Spaziergänger alarmierten die Polizei
Bereits vor dem eigentlichen Notruf hatten Spaziergänger einen Zwischenfall gemeldet. Sie beobachteten einen schillernden Film auf der Wasseroberfläche und informierten daraufhin die Polizei. Die Wasserschutzpolizei Duisburg bestätigte, dass ein mineralölhaltiger Stoff in den Rhein gelangt sei – mutmaßlich verursacht durch das defekte Amphibienfahrzeug. Eine entsprechende Anzeige wegen Gewässerverunreinigung wurde gefertigt, die Ermittlungen laufen.
Die Beamten forderten die Verantwortlichen der Produktion auf, das Fahrzeug umgehend aus dem Fluss zu entfernen. Die Wasserschutzpolizei prüft nun, ob es sich um einen Verstoß gegen das Wasserhaushaltsgesetz handelt – ein Delikt, das mit empfindlichen Strafen geahndet werden kann.
Wiederholungsfall bei TV-Produktion: Firma bereits früher auffällig
Brisant: Es ist nicht das erste Mal, dass diese Produktionsfirma mit einem Amphibienfahrzeug für Aufsehen sorgt. Bereits in der Vergangenheit kam es zu ähnlichen Vorfällen auf dem Rhein. Damals wie heute war ein Fahrzeug mit Allrad- und Schwimmfunktion im Rahmen von Filmaufnahmen im Einsatz. Die Polizei prüft, ob systematische Sicherheitsmängel vorliegen oder behördliche Genehmigungen verletzt wurden.
Auch die Bezirksregierung Köln ist in den Vorgang eingebunden. Die Naturschutzbehörde kündigte an, mögliche Auswirkungen auf Flora und Fauna zu bewerten. Der Rhein zählt in diesem Bereich zum europäischen Natura-2000-Gebiet und steht unter besonderem ökologischen Schutz.
Ermittlungen gegen TV-Produktion ausgeweitet
Die Polizei hat angekündigt, die Ermittlungen gegen die verantwortliche TV-Produktionsfirma auszudehnen. Neben der Umweltverunreinigung stehen auch Verstöße gegen Verkehrs- und Sicherheitsvorschriften im Raum. Offen ist derzeit, ob das Amphibienfahrzeug ordnungsgemäß zugelassen war und ob die notwendige Betriebsgenehmigung vorlag.
Für kommende Drehs auf dem Wasser werden strengere Auflagen erwartet. Die Stadt Bonn kündigte an, künftige Anträge dieser Firma besonders zu prüfen. Die Feuerwehr Bonn zieht indes eine erste Bilanz: Der Einsatz verlief reibungslos – doch Aufwand und Risiko seien vermeidbar gewesen.